UNTERKUNFT IN FREETOWN

In diesem Haus wohne ich! Eine zugegebenermaßen -
vor allem für einen freiwilligen Entwicklungshelfer unüblichen! - nicht ganz
bescheidene Hütte, deren untere Etage ich mir mit einer weiteren
VSO-Freiwilligen, Rosalyn, teilen darf. Rosalyn kommt von den Philippinen. In der oberen Etage
ziehen in Kürze Vertreter des offenbar gut finanzierten NGO's (NGO =
Non-Governmental-Organization) "NDI" - National Democratic Institute - ein, deren Fahrer in seinem weißen
Landrover Defender hier öfters vorbeikommt.
Strom gibt es fast nie, dafür Gott sei Dank fast immer fließend Wasser!


Die Vertrauen erweckende Eingangstür (von innen)

Regenzeit: Schönes großes Loch in die Mauer
gerissen, weil die Nachbarn keine Drainage gelegt hatten (Inzwischen wieder
repariert).
Mein Schlafzimmer (hier noch ohne Moskitonetz,
außerdem funktioniert die Glotze nicht!). Nachts fällt hier das Schlafen bei
geschätzten 38 Grad und enormer Luftfeuchtigkeit (und unter Einfluss der
Malariaprophylaxe "Lariam", die zeitweise überraschend skurrile Träume zu
unterstützen scheint) nicht immer leicht.

Die Küche - vor mir von Mäusen und Ratten (!)
bewohnt.

Apropos Küche: eine Auswahl der hiesigen wirklich
guten und auch für einen Freiwilligen erschwinglichen Köstlichkeiten, die
allenthalben an kleinen Straßenständen verkauft werden. Rechts hinten eine
Avocado, die hier erst verkauft wird, wenn sie wirklich reif ist; die
tatsächlich essbaren erkennt man an dem kullernden Geräusch des innen sich schon
gelösten Kerns, dann ist das Fleisch wie Butter! Die Ananasse (kann mir mal
einer beim Plural von Ananas weiterhelfen?) sind unglaublich süß und saftig, die
Tomaten schmecken trotz ihres - zumindest nach EU-Norm - nicht einwandfreien
Äußeren paradiesisch gut, die kleinen Limetten machen sich ausgezeichnet
zerdrückt in einer Flasche gefilterten und abgekochten Leitungswassers!



Gu'naaaaabnt

Das Wohnzimmer in einem frischen Mix aus Kolonial-
und Hippiezeit. Schön insbesondere die Cord-Sofagarnitur sowie der Teppich in
abstrakt-virtuosem Brauntonkubismus, oder auch die bezaubernden Furniermöbel.
Dadurch entsteht ein ganz zeitloser und doch individueller Stil, bei dessen
Anblick jeder deutsche Möbelhausschaufensterdesigner schlichtweg
verblassen würde!

Meine eigentlichen Mitbewohner! Nach meinem Einzug
haben diese Beiden in aufeinander folgenden Tagen in meinem Schlafzimmer
offensichtlich Suizid begangen, vielleicht lag dies ja wirklich an meinen
Ausdünstungen...
Apropos Geld:

Ganz deutlich zu erkennen: Hepatitis A bis Zett, sogar unter dem Tesafilmrand,
wenn man genau hinschaut! Noch nie in meinem Leben habe ich so widerliches Geld
gesehen: Es ist nicht nur grundsätzlich uralt, labbrig schmierig und fies,
sondern auch immer ein bisschen feucht. Permanent will man sich also die
Hände waschen... (vor allem: WER IST DENN EIGENTLICH DER ABGEFAHRENE TYP AUF DEM BILD???)

Ausgestreckt satte 14 cm, allerhand! Aber wer mir
nachts den Schlaf raubt, dem Raub ich das Leben!!
Mehr Mitbewohner:

Hier kommt die Maus!

Ratte (hier schon im Prozess des Dahinsiechens, die
hatte dann doch zuviel von diesen Blauen Giftködern gegessen...)